Die Businesswochen – vom 14.10. bis 27.10.2019
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Claus Hoffmann IMGP1464Bild: Dr. Claus Hoffmann

Herr Dr. Hoffmann, genau vor einem Jahr hat Landrat Roland Bernhard bei den Businesswochen über die Gründung des ZD.BB berichtet. Was ist seitdem passiert?

Nach Erhalt der Landesförderung im Oktober letzten Jahres haben wir einen Blitzstart hingelegt und unverzüglich unsere Räumlichkeiten am Herman Hollerith Zentrum in Böblingen bezogen. Insgesamt zehn Kollegen nahmen ihre Arbeit auf und entwickelten sehr rasch unsere Beratungs- und Qualifizierungsangebote zur Digitalisierung. Als erster von zehn baden-württembergischen Hubs, die vom Wirtschaftsministerium gefördert werden, feierten wir unsere Eröffnung bereits im Februar 2019 gemeinsam mit der Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Landrat Roland Bernhard und dem Präsidenten der Hochschule Reutlingen, Prof. Dr. Hendrick Brumme. Seitdem haben schon über 20 Unternehmen unsere Beratung in Anspruch genommen, neue Geschäftsideen entwickelt und Prozesse optimiert. Mit unseren Veranstaltungen, wie dem regelmäßig stattfindenden Digitalfrühstück, haben wir neue Möglichkeiten geschaffen, sich auszutauschen und mit Experten zur Digitalisierung ins Gespräch zu kommen.

Wie wird das ZD.BB in der Region angenommen? Gibt es schon erste Leuchtturmprojekte?

Die Resonanz ist sehr positiv, da wir Unternehmen zur Digitalisierung umfassend und unabhängig beraten können, was besonders Mittelständler sehr schätzen. Wir unterstützen momentan die Entwicklung erster Prototpyen zur Digitalisierung, beispielsweise den Aufbau von Portalen mit innovativen Services für Kunden, Einkäufer oder Entwickler. Aber auch das Testen neuer Dienstleistungen zur E-Mobilität, die Technologien wie IoT, Blockchain und Künstliche Intelligenz nutzen, steht zurzeit im Mittelpunkt.

Was sehen Sie als nächste wichtige Schritte an für das ZD.BB? Was sind die großen Herausforderungen, die die Region in den nächsten Jahren im Bereich der Digitalisierung angehen sollte?

Wir sind in der Region bereits gut vernetzt, möchten aber die Bekanntheit unserer Beratungsleistungen, die wir kleinen und mittleren Unternehmen aufgrund der Landesförderung kostenfrei anbieten können, weiter steigern. Die regionale Wirtschaft steht in den nächsten Jahren vor einem grundlegenden Strukturwandel aufgrund der Digitalisierung. Die größten Herausforderungen sehe ich in der Entwicklung neuer digitaler Geschäfte und der Qualifizierung von dringend benötigten Fachkräften. Unser Ziel am ZD.BB ist es, diese Herausforderungen initiativ anzugehen und den Wandel proaktiv zu gestalten. Immerhin zählt die Region Stuttgart mit dem Landkreis Böblingen zu den zehn Hotspots der Digitalisierung in Deutschland.

Haben Sie vielleicht einen Tipp für die vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen in der Region, was sie unbedingt machen sollten, um der Herausforderung zu begegnen?

Die Zeit drängt. Aus meiner Sicht ist es wichtig, sich möglichst rasch mit den Auswirkungen des bevorstehenden digitalen Wandels zu beschäftigen, auch wenn die Auftragsbücher momentan vielleicht noch voll sind. Hierbei sollten nicht sofort die technologischen Entwicklungen, sondern eher die Anforderungen, Erwartungen, aber auch Probleme der Kunden im Mittelpunkt stehen. Klar sollte zudem sein: Um die Chancen der Digitalisierung nutzen zu können, wird man sich von alten Denkmustern, bestehenden Organisationsstrukturen und Formen der Arbeit verabschieden müssen.

Wie steht es um Ihr eigenes digitales Leben? Was nutzen Sie gerne und warum?

Mein digitales Leben startete Anfang der 80er Jahre mit dem Commodore VC20 samt Datasettenlaufwerk und 5 KByte RAM. Dieser bot zahlreiche Programme – natürlich auch Spiele –, konnte farbiges Bild darstellen und ließ sich an den Fernseher anschließen. Für die damalige Zeit ein unglaublicher Fortschritt. Ich nutze ihn nach wie vor sehr gern - allerdings um zu demonstrieren, wie rasant sich die Technik weiterentwickelt hat, und wir ständig gefordert sind, uns im Beruf und im Alltag mit den Entwicklungen der Digitalisierung auseinander zu setzen.

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